Fridolin hatte einst ein Zuhause, wurde aber abgeschoben – in eine Tötungsstation. Zum Glück holte ihn die Hundehilfe Nordbalaton dort heraus. Mit diesem Tierheim arbeite ich zusammen, und so durfte er gleichzeitig mitkommen, als ich Pedro abholte.
Die Fahrt hinunter zum Balaton, wo sich das Tierheim befindet, dauert rund drei Stunden. Da ich ungern wegen „nur“ eines Hundes so weit fahre, habe ich beschlossen, dass Fridolin zusammen mit Pedro zu mir auf die Pflegestelle kommen darf. Mein Gedanke war: Er ist ja klein und wird bestimmt schnell ein Zuhause finden.
Aber ich habe mich getäuscht. Obwohl ich ihn mehrmals vorstellen durfte, bekam er trotzdem immer nur Absagen. Schliesslich haben wir beschlossen, ihn zu behalten, weil er so gut in unsere grosse Hundefamilie passt. Ich muss allerdings ehrlicherweise sagen, dass er kein ganz einfacher Hund ist. Er ist klein, ja – aber er hat einen sehr starken Charakter und braucht eine klare Führung und konsequente Anweisungen. Er selbst ist nämlich überzeugt, dass er der Allergrösste ist!
Fridolin ist ein hübscher Name, deshalb taufen wir ihn nicht um. Aber passend wären auch „Napoleon“ oder „Sheriff“! Genau das würde perfekt zu ihm passen, denn er ist ein kleiner Polizist, ein Anführer und mutiger Ordnungshüter. Er beisst sogar in den Staubsauger! Und er scheut sich auch nicht, die grossen Hunde zurechtzuweisen. Wegen seiner Grösse muss man allerdings immer ein wenig aufpassen, denn das könnte für ihn gefährlich werden. Die Grossen müssten ihn nur kurz packen und schütteln – und das wäre es gewesen. Es ist nicht immer leicht, so viele Hunde mit so unterschiedlichen Grössen und Gewichten in einer Gruppe zu halten – von 5 bis 40 Kilogramm.
Aber wie oft wir über ihn lachen und schmunzeln können, ist einfach unbezahlbar. Fridolin hat für uns Menschen geradezu therapeutische Fähigkeiten – man lacht schliesslich viel zu wenig! Zugegeben, manchmal lachen wir ihn auch ein wenig aus, weil er so klein ist und trotzdem mit stolz geschwellter Brust durch die Gegend stolziert.
Ein weiterer schöner Charakterzug ist, dass man ihn problemlos frei laufen lassen kann. Er hört ziemlich gut und ist einfach gerne in der Nähe seiner Menschen. Er springt neben einem auf den Stuhl am Tisch und kann betteln wie ein Weltmeister. Vom Tisch bekommt er allerdings nichts – kein Hund bekommt bei uns etwas, da bin ich ganz konsequent. Er liegt auch gerne ganz nah bei einem. Hochheben mag er allerdings überhaupt nicht. Dann protestiert er mit ganz lustigen Lauten. Es ist kein Knurren, sondern eher ein Ächzen oder Stöhnen. Ja, eben – einfach zum Lachen.
Lieber Fridolin, du darfst bei uns bleiben – auch mit deinem gebrochenen Schwanz und deinem eher borstigen Fell. Ich glaube, dir gefällt es richtig gut bei uns. Es ist schliesslich immer etwas los mit all den Hundekumpels, und ich habe das Gefühl, dass du genau das liebst.
Eine Patenschaft für Fridolin wäre natürlich besonders schön. So könnte vielleicht auch jemand anderes jeden Monat über seine Geschichten, Fotos und Videos lachen und schmunzeln, die ich regelmässig verschicke.